Weiterbildung bei Navigate – ein Erfahrungsbericht

Bei der Navigate AG geben wir unseren Mitarbeitern die Zeit, sich während ihrer Arbeitszeit fortzubilden. Manchen steht aber auch der Sinn nach mehr. Ein Erfahrungsbericht unseres langjährigen Web-Developers Vitalis Ferkert, der eine Weiterbildung zum „IT Systems Manager“ erfolgreich abgeschlossen hat. Die Navigate AG hat ihn dabei mit Sonderurlaub unterstützt.

„Im Herbst 2019 habe ich mich dafür entschlossen, mich beruflich weiterzubilden. Meine Motivation dahinter war, mir neues Wissen anzueignen und beruflich für neue Aufgaben gerüstet zu sein. Da es eine größere Weiterbildung sein sollte, habe ich mich für den „Operative Professional“ entschieden. Anfangs wollte ich mich klassisch bei der IHK für die Weiterbildung einschreiben, leider bot die IHK Karlsruhe den „IT Systems Manager“ nicht an und der Weg nach Stuttgart wäre zu weit gewesen. Aus diesem Grund habe ich mich für eine Online-Schulung entschieden, was sich zum späteren Zeitpunkt durch die „Corona-Pandemie“ als Vorteil erwiesen hatte, da der Unterricht normal weitergeführt werden konnte.

Für die Finanzierung der Weiterbildung habe ich das Aufstiegs-BAföG (ehemals MeisterBAföG) in Anspruch genommen. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus direktem Zuschuss und Förderdarlehen der KfW Bank. Um den Anspruch auf die finanzielle Unterstützung zu bekommen bzw. nicht zu verlieren, musste ich an monatlichen Lernerfolgskontrollen teilnehmen. Das Ergebnis dieser Kontrollen wurde nicht weitergereicht, sondern nur, dass ich daran teilgenommen habe. Der Zuschuss (50%) muss nicht zurückgezahlt werden und nach Bestehen der Weiterbildung kann das Förderdarlehen nochmals um 50% gesenkt werden. So musste ich am Ende nur noch 25% der Schulungskosten selbst tragen.

Der Unterricht fand in der Regel einmal die Woche von 18 bis 21 Uhr statt. Die Unterrichtszeit war für mich ideal, da ich nach der Arbeit direkt in den Unterricht wechseln konnte. Zusätzlich zum Unterricht und den zuvor erwähnten Lernerfolgskontrollen, gab es jede Woche „Hausaufgaben“, die man erledigen konnte. Die Bearbeitung dieser Aufgaben meinerseits erfolgte meistens am Wochenende, da während der Woche neben dem Beruf auch noch andere Dinge erledigt werden mussten. Für die Bearbeitung der Hausaufgaben habe ich mindestens einen Tag gebraucht, manchmal auch zwei Tage. Die Lerninhalte dieser Weiterbildung bestehen aus drei Säulen, dem Projektmanagement, IT-Management und Personalmanagement. Beim Projektmanagement befassten wir uns ausgiebig mit der DIN 69901. Auch andere Themen wie z. B. Arbeitsrecht, Qualifizierung, Marketing oder Mitarbeiter- und Teamführung waren Bestandteil des Unterrichts.

Die Prüfung bestand aus drei Prüfungsteilen:

1. Profilspezifische IT-Fachaufgaben
2. Mitarbeiterführung und Personalmanagement
3. Betriebliche IT-Prozesse

Bei den profilspezifischen IT-Fachaufgaben mussten drei schriftliche Prüfungen an zwei Tagen abgelegt werden.

Beim Personalmanagement waren es zwei schriftliche Prüfungen an einem Tag und einer praktischen Demonstration, die nur wenige Wochen darauffolgte. Ich habe mich bei der praktischen Demonstration für das Thema „Vorbereiten und Durchführen einer Ausbildungseinheit“ entschieden. Am Tag der praktischen Demonstration habe ich eine zufällige Ausbildungssituation erhalten und musste innerhalb von 20 Minuten eine Ausbildungseinheit vorbereiten. Anschließend folgte meine Präsentation an den Prüfungsausschuss. Das von mir gewählte Thema bei der praktischen Demonstration gilt nach Bestehen als Nachweis der berufs- und arbeitspädagogischen Qualifikation nach dem Berufsbildungsgesetz.

Im Prüfungsteil „Betriebliche IT-Prozesse“ musste ich eine Projektdokumentation aus der Praxis erstellen und dem Prüfungsausschuss das Projekt präsentieren. Nach dem Zielvereinbarungsgespräch mit der IHK hat man ein Jahr Zeit seine Dokumentation einzureichen. Die IHK Karlsruhe fordert dabei mindestens 60 bis 70 Seiten ohne Anhang (Inhaltsverzeichnis, Anhang, etc.) Meine Dokumentation umfasste am Ende 117 Seiten (Anhang inkl.). Für die Präsentation waren 20 Minuten und für das darauffolgende Fachgespräch 40 Minuten vorgesehen. Dabei wurden Fragen zum Projekt als auch allgemeine Fragen zu den Themen aus der Weiterbildung gestellt.

Mit dem Abschluss des Operative Professionals habe ich die zweite Ebene der IT-Weiterbildungsstruktur (DIHK) erreicht. Der Abschluss wird im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) dem Niveau 6 zugeordnet. Seit 1. Januar 2020 ist in Deutschland auch die Berufsabschlussbezeichnung „Bachelor Professional“ zugelassen und soll dadurch die Gleichwertigkeit zum Hochschulabschluss „Bachelor“ sowie die Praxisnähe zum Ausdruck bringen.

Abschließend kann ich sagen, dass die Weiterbildung sehr anspruchsvoll ist, wenn man parallel dazu Vollzeit arbeitet. Sehr gutes Zeitmanagement und die Fähigkeit über eine lange Zeit sich selbst motivieren zu können, sind Grundvoraussetzungen, für jeden der, diesen Weg ebenfalls gehen möchte. Die Live-Webinare bei denen ich den Dozenten auch Fragen stellen konnte, die Hausaufgaben und Lernerfolgskontrollen bereiteten mich gut auf die Prüfungen vor. Darüber hinaus musste ich mir auch Zeit für das eigentliche Lernen nehmen, sodass ich mit Sicherheit über 1000 Stunden für die Weiterbildung verbuchen konnte. Ein Einblick in fachfremde Themen wie z. B. dem Arbeitsrecht, war für mich ein sehr spannendes Thema und erweiterten meinen Wissenshorizont. Die Kommunikation mit der IHK Karlsruhe bezüglich der Prüfungen verlief reibungslos und auch die Prüfer waren alle wohlwollend eingestellt. Für mich persönlich konnte ich aus der Weiterbildung einiges an neuem Wissen mitnehmen, das ich nun bei der Navigate AG gerne einsetzen und weitergeben möchte.“

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