Praxisbeispiel: Produktdaten in mehreren Sprachen bereitstellen

Übersetzungen von Attributen
Wie Produktinformationen aus PIM-Systemen und Produktdatenbanken automatisiert auf Websites, Kataloge und internationale Märkte gelangen.

Für wen ist dieses Praxisbeispiel relevant?

Dieses Szenario eignet sich besonders für:
  • Produzierende Unternehmen mit umfangreichen Produktportfolios
  • Unternehmen, die Produktdaten in einer Produktdatenbank oder einem PIM-System verwalten
  • Marketing- und Vertriebsteams mit mehrsprachigen Websites
  • Unternehmen mit internationalen Märkten und Zielgruppen
  • Organisationen, die Produktdaten nur einmal pflegen und mehrfach nutzen möchten
Typische Ausgangssituation: Produktinformationen werden zentral in einer Produktdatenbank oder einem PIM-System gepflegt. Diese Daten sollen automatisiert auf der Website erscheinen und zusätzlich in mehreren Sprachen für internationale Märkte verfügbar sein.

Lösungsansätze aus der Praxis

Die folgenden Lösungsansätze stammen aus unseren über 700 umgesetzten Webprojekten seit dem Jahr 2000 und haben sich in der Praxis bewährt. Auf Anfrage können wir Ihnen gerne konkrete Beispiele unserer Kunden im Detail vorstellen.

Ausgangssituation

Viele Unternehmen aus dem produzierenden Mittelstand verwalten ihre Produktinformationen bereits zentral. Technische Daten, Produktbeschreibungen, Varianten, Maße und weitere Informationen werden in Produktdatenbanken, PIM- oder DAM/MAM-Systemen gepflegt.

Gleichzeitig soll die Unternehmens-Website aktuelle Produktinformationen bereitstellen, ohne dass Inhalte mehrfach gepflegt werden müssen. Häufig entstehen dabei zusätzliche Anforderungen wie die Bereitstellung mehrsprachiger Inhalte oder die Nutzung der Daten für weitere Kanäle wie Kataloge, Preislisten oder technische Dokumentationen.

Die zentrale Frage lautet: Wie lassen sich Produktdaten effizient aus bestehenden Systemen übernehmen, übersetzen und auf verschiedenen Kanälen veröffentlichen?

Herausforderungen

Produktdaten auf der Website bereitstellen

Produktinformationen liegen häufig in einer spezialisierten Produktdatenbank oder einem PIM-System, während die Website über ein separates CMS betrieben wird.

Werden die Daten manuell übertragen, entsteht zusätzlicher Pflegeaufwand. Änderungen müssen an mehreren Stellen vorgenommen werden und die Gefahr von Inkonsistenzen steigt.

Die technische Herausforderung besteht darin, beide Systeme so miteinander zu verbinden, dass Produktdaten automatisiert, zuverlässig und nachvollziehbar bereitgestellt werden können.

Mehrsprachigkeit effizient umsetzen

Oft werden Produktinformationen zunächst ausschließlich in deutscher Sprache gepflegt. Für internationale Websites müssen diese Inhalte anschließend in weitere Sprachen übertragen werden.

Bei umfangreichen Produktkatalogen kann eine rein manuelle Übersetzung schnell einen erheblichen Aufwand verursachen. Gleichzeitig müssen technische Begriffe, Produktmerkmale und standardisierte Werte in allen Sprachversionen konsistent bleiben.

Übersetzungen von Attributen
Zentrale Übersetzung von Attributen, unabhängig vom einzelnen Produkt

Lösungsansatz

Die technische Umsetzung erfolgt grundsätzlich unabhängig vom eingesetzten CMS. Dadurch können bestehende Systemlandschaften weiter genutzt werden, ohne sich auf eine bestimmte Plattform festlegen zu müssen.

Je nach Produktdatenbank, PIM-System und CMS kommen unterschiedliche Integrationswege infrage.

Flexible Anbindung an bestehende Systeme

Produktdaten können auf verschiedenen Wegen in die Website integriert werden:
  • Nutzung vorhandener APIs
  • XML-, JSON- oder CSV-Importe
  • Direkte Datenbankanbindungen
  • Middleware-Lösungen
  • Offizielle Plugins oder Schnittstellen des jeweiligen CMS
Stehen keine Standardlösungen zur Verfügung, können individuelle Erweiterungen entwickelt werden. Dies kann beispielsweise eine TYPO3-Extension, ein WordPress-Plugin oder eine eigenständige Importanwendung sein.

Mehrsprachigkeit automatisieren

Für die Übersetzung von Produktdaten können unterschiedliche Ansätze kombiniert werden.

Sind mehrsprachige Inhalte bereits im PIM vorhanden, werden diese direkt übernommen und ausgegeben.

Falls keine Übersetzungen vorliegen, können externe Übersetzungsdienste wie DeepL über APIs oder vorhandene CMS-Erweiterungen eingebunden werden. Neue oder geänderte Inhalte lassen sich dadurch automatisiert übersetzen und in bestehende Freigabeprozesse integrieren.

Für standardisierte Werte wie Materialien, Farben, Oberflächen, technische Eigenschaften oder Maßeinheiten eignen sich zentral gepflegte Übersetzungstabellen. Diese sorgen für konsistente Begriffe über alle Sprachversionen hinweg und reduzieren den Pflegeaufwand erheblich.

Übersetzungen von Produkten
Übersichtliche Darstellung der Übersetzungen pro Produkt

Technischer Workflow

Ein typischer Integrationsprozess kann folgendermaßen aufgebaut werden.

Export der Produktdaten

Die benötigten Informationen werden aus der Produktdatenbank oder dem PIM-System exportiert. Dabei kann entweder der gesamte Datenbestand oder nur eine definierte Teilmenge übertragen werden, zum Beispiel nur die seit dem letzten Sync geänderten Dateien oder Werte.

Als Austauschformat wird häufig strukturiertes XML verwendet, da sich damit auch komplexe Produktstrukturen zuverlässig abbilden lassen.

Datenübertragung

Die Daten können auf unterschiedliche Weise bereitgestellt werden.

Möglich ist ein Echtzeitzugriff über gesicherte Netzwerkverbindungen oder VPN-Verbindungen. Alternativ können automatische Exporte zu festgelegten Zeitpunkten durchgeführt werden. Generell sollten die exportierten Informationen in eine neue Umgebung kopiert werden, damit auch bei einem Ausfall der Datenquelle die benötigten Informationen bis zum nächsten Export erhalten bleiben.

Welche Variante sinnvoll ist, hängt von den technischen Rahmenbedingungen und den Anforderungen an die Aktualität der Daten ab.

Transformation der Daten

Die exportierten Informationen werden in das vom Zielsystem benötigte Format umgewandelt.

Hierfür können beispielsweise XSLT (XSL-Transformationen) eingesetzt werden. Dadurch lassen sich Datenstrukturen flexibel an die Anforderungen der Website, des CMS oder anderer Zielsysteme anpassen.

Bei der Transformation können dann auch Inhalte angepasst werden. Das reicht von Plausibilitätsprüfungen der Daten aufgrund von definierten Werten bis hin zur Umrechnung von Werten je nach Zielsprache, zum Beispiel von Celsius nach Fahrenheit oder von Zoll/Fuß nach metrischen Maßen. Man kann auch fehlende Informationen ergänzen, wie z. B. Maßangaben an reine Zahlenwerte anhängen.

Veröffentlichung

Nach der Aufbereitung werden die Produktinformationen automatisiert bereitgestellt und auf der Website ausgegeben.

Änderungen im Quellsystem können damit zeitnah übernommen werden, ohne dass eine zusätzliche manuelle Pflege erforderlich ist.

Erweiterungsmöglichkeiten

Self-Service-Exporte für Fachabteilungen

Auf Wunsch kann eine Export-Schnittstelle eingerichtet werden, über die berechtigte Mitarbeiter selbstständig Datenexporte erstellen können.

Dadurch lassen sich Produktdaten bedarfsgerecht bereitstellen, ohne dass für jede Anforderung technische Unterstützung notwendig ist.

XML-Creator
Exportschnittstelle für Produktdaten in verschiedenen Formaten

Integration von Übersetzungsdiensten

Die Anbindung von Übersetzungsdiensten wie DeepL ermöglicht eine weitgehend automatisierte Übersetzung neuer oder aktualisierter Produktdaten.

So können internationale Websites deutlich schneller gepflegt und erweitert werden.

Nutzung der Daten für weitere Kanäle

Ein zentral gepflegter Produktdatenbestand kann nicht nur für die Website genutzt werden.

Die gleichen Daten können beispielsweise auch ausgegeben werden als:

  • CSV-Dateien
  • Produktkataloge
  • Preislisten
  • PDF-Dokumente
  • InDesign-Dokumente
  • Händlerportale
  • Marktplatz-Feeds
  • Technische Dokumentationen

Das Prinzip lautet dabei: Einmal pflegen, mehrfach nutzen.

Ergebnis

Durch die Anbindung von Produktdatenbanken und PIM-Systemen entsteht eine zentrale und skalierbare Lösung für die Verwaltung und Veröffentlichung von Produktinformationen.

Unternehmen profitieren von:

  • geringerem Pflegeaufwand
  • konsistenten Produktinformationen über alle Kanäle hinweg
  • schnelleren Aktualisierungen
  • effizienter Mehrsprachigkeit
  • kürzeren Veröffentlichungszeiten
  • einer zukunftssicheren Grundlage für internationale Märkte

Produktdaten werden dort gepflegt, wo sie entstehen, und automatisiert in den benötigten Sprachen und Formaten bereitgestellt. Dadurch entsteht ein durchgängiger Prozess, der sowohl die Datenqualität als auch die Effizienz der Produktkommunikation verbessert.

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